Hockenheim
Gelungener F3-Einstand von Christopher Zanella beim Saisonauftakt der hochkarätigen Euroseries auf dem Hockenheimring.
Im schwarzen Dallara-Mercedes des Motopark Academy Teams fuhr der amtierende Schweizer Rennwagenmeister nahe an eine Top Ten-Platzierungen heran.
Rangliste Rennen 1
Rangliste Rennen 2
In seinem erst zweiten Automobilsportrennjahr belegte der Blondschopf vom Rheinfall im ersten Lauf Platz 13. In Rennen 2 wurde er auf der Jagd in die Top-Ten an zwölfter Stelle liegend vom übermütigen Venezuelaner Johnny Cecotto jr.,- Sohn von Motorradweltmeisterlegende Johnny Cecotto – ausgangs Spitzkehre beim Rausbeschleunigen von hinten torpediert und in die Leitplanken bugsiert.
Indes der Ausfall ärgerte Zanella und sein im ostdeutschen Oschersleben (bei Magdeburg) beheimateten Motopark Academy-Team nur kurz. Zanella hatte bei seinen Debutrennen in der weltweit wichtigsten Formelnachwuchsserie einfach eine tolle Leistung geboten.
Teamchef Timo Rumpfkeil spendierte deshalb dickes Lob: „Das war einfach Klasse, was Christopher am ganzen Wochenende gezeigt hat. Ich bin mir sicher, dass er im weiteren Saisonverlauf in der Lage sein wird in diesem Klassefeld in die ersten Zehn rein fahren zu können.“
Zu den vielen ehrlichen Gratulanten gehörte auch Max Welti, Ex-Sauber-Rennleiter und A1 GP-Weltmeistermacher von Neel Jani. Ein dickes Kompliment gab Zanella an seine Mannschaft zurück: „Das Motopark-Team ist wie ich Neueinsteiger in der F3 und trotzdem sind wir schon voll konkurrenzfähig.“
Der Polytechnikauszubildende hat an seinem ersten Rennwochenende viel gelernt und sieht deshalb den nächsten Rennen ziemlich optimistisch entgegen. Ziemlich cool hatte er im Vorfeld die Unsicherheiten über die tatsächliche Teilnahme an der F3-Euroseries weggesteckt.
Das schwierige Schnüren des Budgetpakets war erst in der Vorwoche perfekt gemacht worden. Teamkollege Atte Mustonen belegte in den beiden Läufen die Ränge acht und sieben. Mit etwas Fortune wäre für den Finnen in seinem dritten F3-Jahr sogar ein Podestplatz drin gewesen.
Von den Zeiten her fehlten Zanella auf Meisterschaftsmitfavoirit Mustonen, der im letztes Jahr in der britischen F3-Championat gestartet war, nur wenige Zehntelsekunden. Schon im Qualifikationstraining war Zanella ziemlich flott unterwegs gewesen, als er auf feuchter Piste bis kurz vor Schluss an achter Stelle gelegen hatte. In den Schlussminuten an der Box „zementiert“, wurde er auf schnell abtrocknender Piste noch auf Platz 19 zurück gereicht.
Nach F3-Testfahrten war Zanella mit dem 230-PS-Rennwagen schnell zu Recht gekommen. Die F3-Kohlerfasermonoposti bauen gegenüber den vorher von Zanella gefahreren Formel-Renault ein weit höheres Gripniveau auf, was extrem schnelle Kurvengeschwindigkeiten ermöglicht. Neu für Zanella die Zündunterbrechung beim Hochschalten, die einen schnelleren Gangwechsel ermöglicht.
Sieger von Lauf 1 wurde der Monegasse Stefano Coletti (Dallara-Mercedes/Prema), in Heat 2 triumphierte der Franzose Jean-Karl Verney (Dallara-VW/Signature).
Nächster Lauf der F3-Euroseries ist der Eurospeedway Lausitz am übernächsten Wochenende. Zwar wird die Strecke nicht in seiner Oval-Konfiguration mit Steilwandkurven gefahren, indes stellte die ostdeutsche Strecke bis auf wenige Runden bei einem Formel BMW-Test für Zanella quasi Neuland dar.


