Norisring 27. und 28. Juni 2009
Charakterbuilding für Christopher Zanella: Der Motopark Academy-Pilot war beim Nürnberger Norisring-Rennen nach haarsträubenden Zwischenfällen durch übermotivierte Konkurrenten zur Aufgabe gezwungen.
Rangliste Rennen 1: http://f3euroseries.com/ergebnisse/2009-06-27-r1.pdf
Rangliste Rennen 2: http://f3euroseries.com/ergebnisse/2009-06-28-r2.pdf
„Pressiert`s passiert`s!“
Das Hinweisschild auf Schweizer Autobahnen hätte am Wochenende auch auf dem Norisring seine Berechtigung gehabt. Im Kampfgetümmel der „Wilden Reiter-Euroseries GmbH“ musste Christopher Zanella zwei Mal in der Anfangsphase seinen F3-Motopark-Dallara vorzeitig abstellen. „Abhaken und nach vorne schauen“, kommentierte Zanella nach kurzer Frustphase die unverschuldete doppelte Nullnummer.
Das Nürnberger Norisring-Rennen gilt in der Rennsport Franerty für viele als der Saisonhöhepunkt überhaupt. Architektonisch eingebettet in das ehemalige Reichstaggelände gilt die Veranstaltung auf ansonsten öffentlich genutzten Strassen als das deutsche Monaco. Parkähnliche Anlagen und ein See sorgen für ein besonderes Ambiente, welches Zanella am Wochenende allerdings nicht geniessen konnte.
Nach stetigen Vorwärtsentwicklungen bei den bisher drei absolvierten Rennen und dem gelungen Magny Cours-Test (Platz drei) war statt erhofftem Top Ten Resultat das Aufzeigen von Charakter angesagt. „Eigentlich war das Rennen schon am Freitag nach dem Qualifying schief gelaufen“, analysierte Zanella im nach hinein. Auf dem 2,3 Kilometer langen Stop- and Go-Kurs, kombiniert aus Ganghaarnadelkehren und ultra langen Geraden mit Tempi von 260 plus, hatte Zanella in der verregneten Qualy bis drei Minuten vor Schluss an vierter Stelle im 29 Wagenfeld gelegen. Kurz vor Schachbrettflagge liess der Regen nach und bei nun sich ganz schnell verbessernden Streckenbedingungen schlüpften noch 14 Piloten an Zanella vorbei. Dem Polytechnikauszubildenden gelang keine schnelle fliegende Runde mehr, weil er bewusst auf seinen Teamgefährten Atte Mustonen eine Lücke aufgemacht hat um keine teaminternen Behinderungen zu riskieren. ¨
Mit dem Mittelfeldstartplatz waren die Zwischenfälle im Rennkampfgetümmel schon vorprogrammiert. Dass das Aus in Lauf 1 nach nicht einmal einer Runde kommen würde, war aber auch nicht gerade einkalkuliert worden.Aus der ersten Spitzkehre heraus in das schnelle Kurvengeschlängel bei der Steintribüne hinein entgleiste Johan Jokinen und riss in seiner nicht ungefährlichen Harakiriaktion gleich vier weitere Piloten ins Aus. An Zanellas Dallara wurden dabei die Hinterräder samt Aufhängungen abgerissen, sowie Flügel und Teile der Karosserieabdeckung zerfetzt. „Die Mannschaftum Timo Rumpfkeil hat dann in einer langen Nachtschicht das Auto wieder aufbauen können, dass war eine unglaubliche Leistung. Ehrliches Kompliment an die Mechaniker“, lobte Zanella seine Schrauber.
Leider zeigte sich die Mühe im Nachhinein als umsonst.Gleich zu Beginn des zweiten Heats auf der welligen Piste fuhr ihm Henki Waldschmidt bei der Anfahrt in die Dutzendkehre und beim rausbeschleunigen ins Auto, wobei die linke Vorderradaufhängung beschädigt wurde. Daraus resultierend: Vorzeitiger Feierabend.
Die beiden Rennen gewannen Jules Bianchi (ART) sowie Christian Vietoris (Mücke). Der nächste F3-Euro-Doppellauf wird am 18./19. Juli in Zandvoort/NL ausgefahren.


