Zandvoort/NL 18. und 19. Juli 2009
Innerhalb eines Monats startete Christopher Zanella zum zweiten Mal im niederländischen Zandvoort und zeigte sich dort sehr gut aufgestellt. Mittlerweile bringt der 19jährige Rookie im Motopark-Dallara-Mercedes das F3-Euroseries-Establishment richtig gehend ins Schwitzen:
Zanella fuhr die siebtschnellste Qualifikationszeit. Im 27 Wagenfeld war Zanella auf der am Nordseestrand in die Dünen hinein modellierten Strecke bei am gleichen Tag abgehaltenen Vortests auf den zehnten Rang gefahren. Dies obwohl ihn Probleme am Antriebsstrang an seinem schwarzen Dallara-Mercedes zur vorzeitigen Beendigung von Test 1 gezwungen hatten. Wegen der Reparatur fehlte er im kompletten zweiten Test. Der amtierende Schweizer Rennwagenmeister sorgte für die kleine, grosse Sensation, als er trotz des Testrückstands in der Qualifikation auf den tollen siebten Platz vorfuhr. Nur eine 100stel Sekunde schneller und Zanella wäre in der dritten Startreihe gestanden. Ein Begleiter in der Motopark-Box grinste: „Christopher hätte sich vor seiner ultimativen Chaosrunde am Limit noch schnell den Fliegendreck am Visier wegwischen sollen, dann wär`s noch weiter vor gegangen“. Teamchef Timo Rumpfkeil freute sich riesig ab der tollen Leistung. Schon nach den ersten Rennen hat Rumpfkeil längst erkannt, dass mit Zanella ein richtiger Rohdiamant in seinem Auto sitzt, der erstmals in einem offiziellen Qualifikationstraining alles umsetzte. Indes zeigt die Trainingszeit auf, dass das neu in die F3 eingestiegene Motopark-Team in seiner Debütsaison sich gleichfalls als ziemlich gut aufgestellt ausweist. Zanella wird ein richtig gutes Auto präpariert. Newcomermannschaften tun sich im Vergleich richtig schwer. Weniger gut lief es dagegen für Zanella in Rennen 1. In der Startaufstellung auf das unmittelbare grün der Ampel wartend „zuckte“ er einen kleinen Gasstoss um sofort wieder abzubremsen. Zanella verlor so beim Start einige Positionen. Es dauerte einige Runden bis er sich wieder auf den achten Platz vorgekämpft hatte. Der Polytechnikmechaniker arbeitete schon daran sich den achtplatzierten für ein Überholmanöver zurecht zu legen, als ihn die Rennleitung zu einer Drive Through (Durchfahrtsstrafe) an die Box befahl. Obwohl keinen Vorteil am Start erlangt, wurde der kleine Ruck am Start gnadenlos geahndet. Zanella wurde für das Missgeschick gleich doppelt abgestraft. Schon fast ziemlich sichere wertvolle erste Meisterschaftspunkte gingen somit verloren und fast noch schlimmer: Mit einem achten Platz wäre er für Heat zwei auf Grund der umgekehrt bestimmten Startreihenfolge auf Pole Position gestanden. Fünf Runden vor Rennende leistete sich Zanella, auf seiner schnellen Aufholjagd mit Spitzenzeiten unterwegs, einen seiner seltenen Dreher: Rang 21. Von diesem Platz aus startete er in Lauf 2, den er als 16. beendete. Zanella zeigte sich nach dem Rennwochenende trotz des Startmalheurs nicht unzufrieden: „Der Speed ist wirklich da“. Am ersten Augustwochenende fährt die F3-Euroseries in Oschersleben ihre nächsten Rennen aus. An der unweit von Magdeburg gelegenen Rennstrecke ist auch Zanellas Motopark-Team stationiert. Vielleicht gelingen beim „Heimspiel“ die ersten Meisterschaftszähler.


