
2. Platz, Du bist unser Held!!! Wir gratulieren Dir von ganzem Herzen!

Coole Fahrt im Wetterchaos: Zanella beim F3-Saisonkehraus aufs Treppchen. Ein tolles Ausrufezeichen seines Talents setzte Christopher Zanella beim Saisonfinale: Der 19jährige Dallara-Mercedes-Pilot des deutschen Motopark-Teams belegte beim F3-Euroseries-Finale vor 80‘000 Zuschauern auf dem Hockenheimring den zweiten Platz. Der Polytechnikauszubildende erzielte unter schwierigsten Rennbedingungen sein bisher bestes Resultat seiner F3-Karriere. Bis wenige Minuten vor dem über eine Distanz von 40 Minuten angesetzten 20. und letzten Saisonrennens hatte es in Hockenheim geregnet und erste Sonnenstrahlen offenbarten sich. Im Samstagrennen hatte Zanella nach einer spektakulären Kollision in der Spitzkehre noch auf Platz 19 fahren können, indes war somit nur eine Startposition in der zehnten Reihe für den Sonntagslauf bestimmt. Zusammen mit Motopark-Teamchef Timo Rumpfkeil traf Zanella die Entscheidung, trotz der noch nassen Fahrbahnbedingungen sich profillose Slickreifen an seinen schwarzen Dallara-Mercedes montieren zu lassen. Nur fünf weitere Piloten wagten gleichfalls dieses Risiko einzugehen. In der Anfangsphase musste Zanella es deshalb extrem vorsichtig angehen lassen. Schnell trocknete allerdings die Ideallinie ab, so dass er gegen Rennhalbzeit besser bereift als die meiste Konkurrenz unterwegs war. Abseits der frei gefahrenen Linie war indes das Auto kaum auf der Straße zu halten. Ein Überholmanöver in der Sachskurve zwang ihn deshalb zu einer wilden Cross-Einlage durchs Kiesbett. Dabei hatte er das Glück des Tüchtigen: Mit Vollgas, um sich mit viel Schwung nicht im tiefen Sand einzubuddeln, touchierte er bei diesem „Big Moment“ die Reifenbegrenzung. Der schweizer Rennwagenmeister des Vorjahres verbog bei der Aktion die rechte Vorderradaufhängung leicht und die Felge wies nach dem Rennen einige Kratzerspuren auf. Indes profitierte Zanella im weiteren Verlauf seiner Aufholjagd auch von Zwischenfällen der weniger coolen Konkurrenz, sowie von deren Reifenwechselstopps. Eingangs der letzten Runde lag urplötzlich Zanella vorne, der Jean-Karl Vernay (Team Signature) im Dallara-VW dann noch überholen lassen musste. Der als DTM-Pilot gehandelte Franzose hatte sein Auto mit flachen Flügeln abgestimmt gehabt und flog nach seinem Reifenwechsel mit über 20 km/h mehr Topspeed regelrecht an Zanella vorbei. Der Schaffhauser hatte für seinen Performanceritt ein Set-up mit maximaler Downforcekonfiguration gewählt. Den Motorpark-Betreuern und Wegbegleitern standen ob des völlig überraschenden Resultats während der Auslaufrunde die Tränen in den Augen. Einer der ersten Gratulanten zur sensationellen Fahrt war A1GP-Team-Chef Max Welti. „Am Anfang des Rennens war es sehr gefährlich mit den Slicks unterwegs zu sein, aber dann ist es einfach hervorragend gelaufen. Toll, dass mir beim Saisonkehraus noch ein Platz auf dem Treppchen gelungen ist“, kommentierte der der ruhige Blondschopf seinen Riesenerfolg. Nach Brands Hatch und Dijon - den anspruchsvollen Fahrerstrecken im F3-Kalender - gelang mit dem Hockenheim- Podiumsplatz Zanella bereits das dritte Punkteresultat in der wichtigsten Monopostonachwuchsserie der Welt.